Die Entwicklung der Gemeinde Weißwasser begann in den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit dem Zuzug von neuapostolischen Geschwistern. Diese besuchten erst die Gemeinde Spremberg, da es in Weißwasser bislang keine eigene Versammlungsstätte gab. Innerhalb kurzer Zeit stieg die Anzahl der interessierten Mitmenschen rasch an, so dass man sich zuerst ab 1931 in einer kleinen bescheidenen zu Verfügung gestellten Wohnung versammelte und von Spremberg aus bedient wurde. Erst 1934 konnte eine kleiner Raum als Versammlungsstätte angemietet werden. Mit der Beauftragung des damaligen Priester Richard Krätsch durch Apostel Landgraf am 27.10.1935 zum Vorsteher wurde die Gemeinde Weißwasser von Spremberg losgelöst und auf eigene Füße gestellt. Zu diesem Zeitpunkt waren 74 Mitglieder in der Gemeinde ansässig.
Somit kann das Jahr 1935 als offizielles Gründungsdatum in der Gemeindechronik verzeichnet werden. Durch die weiteren intensiven Beziehungen zur Gemeinde Spremberg entwickelte sich die Gemeinde beständig weiter.
Die Wirren des zweiten Weltkrieges sind auch an der Gemeinde Weißwasser nicht vorübergegangen. Immer mehr Brüder mussten Ihrer Pflicht genüge tun und schließlich Familie und Gemeinde verlassen. Manche Väter und Söhne der Gründungsgemeinde wie auch Flüchtlinge kehrten nicht wieder zurück, andere verzogen infolge der Zerstörung der Industriebetriebe. Die wenigen, übriggebliebenen Geschwister versammelten sich zunächst erst einmal in einer Wohnung bis die zerstörten Räumlichkeiten im Ratskeller wieder zur Verfügung standen.
Dann musste das Kirchenlokal geräumt werden, da es anderen Zwecken dienen sollte. Der neu gefundene Raum in der Bautzener Straße wurde mit viel Mühe und Opfern durch die damaligen Geschwister aus- und umgebaut. Die Gemeinde wuchs beständig. Am 24.09.1986 übernahm der damalige Pr. Michael Nippraschk den Amtsauftrag als Vorsteher. Ihm stehen derzeit als Hirte der Gemeinde Weißwasser zwei Priester und 3 Diakone zur Seite.
Ab 1990 waren Brüder und Geschwister aufopferungsvoll mit der zunehmenden Betreuung sowjetischer und afrikanischer Um- und Übersiedler beauftragt. Zu diesen Zeiten waren unterschiedliche Versammlungsstätten oft bis auf den letzten Platz gefüllt.
Heute ist die Neuapostolische Gemeinde Weißwasser der Begegnungsort für ca. 50 Geschwister, die sich allwöchentlich zu den Gottesdiensten, Chorübungsstunden, Jugendstunden und manch weiteren Begegnungen außerhalb ihres persönlichen Umfeldes treffen. Seit 1997 kann sich die Gemeinde in einem eigenen Kirchengebäude versammeln.